Der Umgang mit Whitelabel E-Zigaretten

Spätestens dann, wenn wir auf dem Markt Produkte verschiedener Marken vorfinden, die sich zum Verwechseln ähnlich aussehen, gilt es aufmerksam zu werden. Wir haben nun feststellen müssen, dass diese Zeit gekommen ist. So finden sich in dem beliebtesten aller Online-Warenhäuser E-Zigaretten wieder, die dem sogenannten Whitelabel Prinzip unterstehen. Hierbei treten Händler an Fabrikanten heran und bedienen sich dem, was dort so hergestellt wird: Sie lassen ihren Markennamen auf die Produkte drucken und vermarkten es unter eigener Flagge.

Fallbeispiel

In den Vorbereitungen für den neuen E-Zigaretten Test 2018 haben wir recherchiert und sind dabei auf Missstände gestoßen, die wir so nicht erwarten wollten. Amazon listete schon vor einem halben Jahr die Thorvap IBox als „Bestseller“ nach der Sucheingabe „E-Zigaretten“. Bereits damals war uns, als Wissenden, aufgefallen, dass Thorvap bislang nicht in Erscheinung getreten ist. Nun ist die alleinige Vermarktung über Amazon noch lange kein Kritikpunkt, sollte aber zur Obacht führen. Einige Monate später sollten wir wieder den Weg einschlagen und uns die Marktlage auf Amazon ansehen. Dort heisst es nun, dass eine sogenannte LoVaper Hurricane der Thorvap den Rang abgelaufen hat. Das Produkt kam uns gleich bekannt vor. Ist es doch augenscheinlich baugleich zur Thorvap IBOX. Letztere ist derzeit auf Amazon nicht mehr verfügbar.
Wie nun die Politik hinter den Kulissen abläuft, soll uns gar nicht interessieren. Der freien Marktwirtschaft Kritik entgegenzubringen ist weder in unserer Kompetenz, noch gesundheitsförderlich für die naive Seele. Was uns aber sehr wohl interessiert ist, wie wir mit dieserart Produkte umgehen sollten. Welche Nachteile und womöglich Vorteile bringt dem Endkunden so eine profitorientierte E-Zigarette?

Trotzdem teuer

Hier findet also das statt, was man als Kunde nur dann wünscht, wenn man einen klaren Vorteil daraus beziehen kann. Oftmals ist es einzig und allein ein erschwinglicher Preis, der uns von den etablierten Marken hin zu weniger bekannten, früher auch als Noname verrufenen, Artikeln zieht. Bei E-Zigaretten sprechen wir jedoch bereits von relativ preiswerten Produkten, die bestenfalls eine Weile haltbar sind. Selbst Ersatzteile für Verschleisteile sind nicht schwer aufzufinden. Das Paradebeispiel ist hier wohl der Coil, dessen Auswechslung wiederholende Folge verlangt.

Können wir also klare Vorteile aus diesen Produkten ziehen?

Tatsächlich ist dies aktuell nicht der Fall. Die Produkte, bei denen sich der Verdacht bestätigt hat, zeigen sich sogar teurer als etablierte Markenprodukte. Teurer in der Hinsicht, als dass vergleichbare Produkte von Eleaf, Joyetech, Kanger und Co meist gleichpreisig, wenn nicht sogar günstiger ausfallen. Hinzu kommt, dass solch ein Angebot auch in der Folge nach dem Kauf umsorgt werden will. Die Sprache ist hier von den notwendigen Coils, deren Verfügbarkeit gesichert sein sollte. Kann man aber bei einem Unternehmen, dessen Interesse nicht dem Kunden gilt, davon ausgehen? Ein Urteil fällt schwer; dem Risiko aussetzen wollten wir uns jedoch nicht.

Am Ende des Tages zählt das Produkt

Ist es überhaupt möglich, dass eine whitelabel E-Zigarette die Markenprodukte übertrifft? Es ist kaum vorstellbar. Es stellt sich also die Frage, wem man das Geld nun zukommen lässt, welches man für eine E-Zigarette auf den Tisch legt. Whitelabel Produkte werden von Geschäftsleuten aus reinem Profitinteresse auf den Markt geworfen. Hier gibt es keinerlei Ambition dem Verbraucher das beste, sondern nur ein gutes, wenn nicht sogar lediglich solides, Produkt bereitzustellen. Das könnte uns als Kunden nun erstmal egal sein, sofern der Fabrikant der E-Zigarette vom Fach ist. Ferner ist es jedoch auch im eigenen Interesse Marken zu unterstützen, die sich uns annehmen. Solchen,die ihre Mitbewerber durch Qualität übertreffen wollen, experimentieren, entwickeln und vorallem sachkundig sind.

Bezahl denjenigen, der einen guten Job macht

Ein etwas altmodisch anklingendes Wort ist das der Markentreue. Ist man einer solchen treu, was bedeutet man erwirbt Produkte dieser, tritt man nicht etwa in eine Ideologische Falle, wie es beispielsweise bei Käufern von Apple-Produkten unterstellt wird, sondern investiert in seine eigene Zukunft. Würden Whitelabel Produkte einen Marktanteil von 100% haben, wäre wahrscheinlich auch hier ein Fortschritt messbar, einfach weil Geld verdient werden kann, der Anspruch bleibt jedoch ein anderer.